
HARVARD-STUDIUM
Harvard zu teuer? Warum sich ein Blick auf die Stipendien lohnt
Ein Studium in Harvard ist nur etwas für Reiche? Nicht unbedingt. Der österreichische Klimaökonom Gernot Wagner erzählt, warum ihn sein Studium an der amerikanischen Eliteuniversität weniger kostete als ein Studium in Wien.
Gernot Wagner kam mit 16 Jahren als Austauschschüler in die USA. Ein Lehrer ermutigte ihn später, sich an der Harvard University zu bewerben. Er wurde aufgenommen – und blieb in Amerika.
In einem Interview mit der Presse vom 27. März 2023 berichtet Wagner über seinen ungewöhnlichen Bildungsweg. Besonders interessant ist seine Erfahrung mit den Studienkosten: Trotz der hohen offiziellen Gebühren war Harvard für ihn günstiger als ein Studium in Wien. Finanzielle Unterstützung erhielt er nicht nur für das Studium selbst, sondern auch für alltägliche Ausgaben.
Hohe Studiengebühren bedeuten nicht automatisch hohe Kosten
Harvard verfügt über ein umfangreiches System finanzieller Unterstützung. Die universitätseigenen Stipendien richten sich nicht nach besonderen schulischen Leistungen, sondern nach der finanziellen Situation der Familie.
Seit dem Studienjahr 2025/26 gilt: Bei einem jährlichen Familieneinkommen von bis zu 100.000 US-Dollar und üblichen Vermögensverhältnissen übernimmt Harvard die gesamten Studien- und Lebenshaltungskosten. Familien mit einem Einkommen bis 200.000 US-Dollar bezahlen unter denselben Voraussetzungen keine Studiengebühren.
Auch österreichische Bewerberinnen und Bewerber können diese Unterstützung erhalten.
Die offiziellen Gebühren zeigen daher noch nicht, welchen Betrag eine Familie tatsächlich zahlen muss. Entscheidend ist, welche finanzielle Unterstützung nach Prüfung der familiären Situation gewährt wird.
Wagners Erfahrung zeigt, dass die Unterstützung auch alltägliche Ausgaben abdecken kann. Bei der Planung lohnt sich deshalb ein Blick auf die Gesamtkosten und das mögliche Finanzhilfepaket.
Gute Noten sind wichtig. Aber sie sind nicht alles.
Gerade das unterscheidet das amerikanische Bewerbungsverfahren von vielen europäischen Zulassungssystemen. Die Universitäten möchten wissen, wer hinter den Noten steht.
Nicht jede amerikanische Universität verfügt über die finanziellen Möglichkeiten von Harvard. Und ein Studienplatz an einer derart selektiven Universität bleibt schwer zu bekommen.
Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzusehen. Entscheidend sind nicht allein die veröffentlichten Studiengebühren, sondern die tatsächlichen Kosten nach Berücksichtigung möglicher Stipendien.
Unser Rat: Eine interessante Universität sollte nicht vorschnell von der Wunschliste gestrichen werden, nur weil die offiziellen Studiengebühren hoch erscheinen.
Bei edu:connect begleiten wir seit 2009 junge Menschen auf ihrem Weg zu einem Studium im Ausland – von der Wahl der passenden Universität über die Bewerbung bis zu Fragen der Studienfinanzierung.
Quelle und weiterführende Informationen
Hellin Jankowski: „Mein Harvard-Studium war billiger als ein Studium in Wien“. Interview mit Gernot Wagner, Die Presse, 27. März 2023.
Harvard College – Financial Aid: Informationen zu Stipendien und Studienfinanzierung, Stand Oktober 2026.
Die Angaben zur Studienfinanzierung habe ich zusätzlich mit den offiziellen Harvard-Informationen abgeglichen.
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